Trinkwasser als Krisenrisiko: Wie sicher ist die Versorgung in Deutschland?
Hitzesommer, Rohrnetz-Überalterung und Cyberangriffe auf Wasserwerke – Deutschlands Trinkwasserversorgung hat Schwachstellen. Eine nüchterne Bestandsaufnahme.
Wasser aus dem Hahn gilt in Deutschland als selbstverständlich. Doch Experten des Umweltbundesamts und des DVGW (Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches) weisen auf wachsende Schwachstellen hin, die in einer Krisensituation zur echten Bedrohung werden können.
Risikofaktor Hitze: Sinkende Grundwasserspiegel
Die Trockensommer seit 2018 haben in vielen Regionen Deutschlands die Grundwasserspiegel dauerhaft gesenkt. Einige Wasserwerke mussten bereits ihre Entnahmemengen begrenzen. Bei einem kombinierten Ausfall von Strom und Wasser (wie nach einem schweren Sturm) kann die Druckversorgung für Haushalte schnell zusammenbrechen.
Risikofaktor Cyber: Angriffe auf Wasserwerke nehmen zu
Weltweit häufen sich Cyberangriffe auf Wasserversorger. In den USA versuchten Angreifer 2021, Chlor-Werte in einem Wasserwerk zu manipulieren. Deutsche Behörden berichten von zunehmenden Angriffen auf KRITIS-Betreiber (Kritische Infrastruktur) – der Sektor Wasser ist dabei besonders exponiert.
Das BBK empfiehlt, stets mindestens 2 Liter Trinkwasser pro Person pro Tag für 14 Tage vorrätig zu haben – also 28 Liter pro Person. Bei einer 4-köpfigen Familie: ca. 112 Liter.
Szenario: Wasserausfall für 3–5 Tage
Ein Rohrbruch kombiniert mit einem lokalen Stromausfall legt die Druckversorgung für 50.000 Haushalte lahm. Die Gemeinde richtet Notbrunnen ein – aber bis dahin vergehen Stunden. Wer keinen Vorrat hat, steht vor einem ernsten Problem.
- Kanister mit Trinkwasser (abgefüllt aus dem Hahn, haltbar bis 6 Monate bei kühler, dunkler Lagerung)
- Wasserfilter (z.B. Sawyer oder LifeStraw) für Notfälle
- Wassertabletten zur Aufbereitung
- Badewanne bei Ankündigung befüllen (Not-Reservoir)
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