SzenarioJanuar 202610 Min. Lesezeit

Szenario: Stromausfall im Winter über 5 Tage – Was wirklich passiert

Kein Strom, -5°C, keine Heizung, keine Banken, keine Supermärkte. Ein realistisches Durchspielen des wahrscheinlichsten Krisenszenarios – Stunde für Stunde.

Szenarien helfen uns, abstrakte Risiken greifbar zu machen. Dieses Durchspielen basiert auf realen Ereignissen (Eiskatastrophe 1978, Blackout Norditalien 2003, Texas-Winterkrise 2021) und den Empfehlungen von BBK und THW.

Stunde 1–6: Der Ausfall beginnt

Der Strom fällt gegen 18:00 Uhr aus. Zunächst kein Alarm – viele denken an eine normale Störung. Internet funktioniert noch über Mobilfunk, aber die Netze werden schnell überlastet. Gasheizungen mit elektronischer Steuerung und Pumpe fallen ebenfalls aus. Die Innentemperatur beginnt langsam zu sinken.

Stunde 6–24: Die ersten echten Probleme

  • Kühlschrank und Tiefkühler beginnen zu tauen
  • Handys und Powerbanks müssen rationiert werden
  • Bargeld-Problem: Geldautomaten und Kartenzahlung funktionieren nicht
  • Wasser: In Mehrfamilienhäusern versagt die Druckpumpe – kein Wasser im 3. OG
  • Mobilfunk wird instabil – Notruf 112 teilweise überlastet

Tag 2–3: Gesellschaftlicher Druck steigt

Supermärkte öffnen nicht oder nur mit Bargeld. Regale werden innerhalb von Stunden leergekauft (Brot, Wasser, Konserven zuerst). Tankstellen können nicht zapfen – kein Kraftstoff für Generatoren oder Flucht. Krankenhäuser laufen auf Notstrom, aber Dialyse-Patienten und Beatmungsabhängige sind in akuter Gefahr.

Texas 2021: Beim Winter-Blackout starben über 200 Menschen – die meisten an Unterkühlung in ihren eigenen Häusern, nicht draußen. Wärme ist im Winter das kritischste Gut.

Tag 4–5: Stabilisierung oder Eskalation

Wer vorbereitet ist, übersteht diese Phase gut. Wer nicht: zunehmende Erschöpfung, Unterkühlung, soziale Spannungen in Mehrfamilienhäusern. Behörden richten Wärmehallen ein – aber der Weg dorthin ist nicht für jeden machbar.

Was du brauchst, um diese 5 Tage sicher zu überbrücken

  • Wärme: Schlafsäcke (bis -10°C), Thermokleidung, Wolldecken, notfalls ein Zimmer mit mehreren Personen
  • Wasser: 10 Liter pro Person als Minimalreserve
  • Essen: Haltbares ohne Strom (Konserven, Nüsse, Müsliriegel, Hartkäse)
  • Licht: Stirnlampe + Ersatzbatterien, keine offenen Kerzen in geschlossenen Räumen
  • Kommunikation: Batterieradio für Behördeninformationen
  • Bargeld: Mind. 100–200 € in kleinen Scheinen
  • Medikamente: Vorrat für mind. 2 Wochen bei chronischen Erkrankungen
Szenario

Die gute Nachricht: Wer unsere Basischeckliste abgearbeitet hat, ist für dieses Szenario bereits zu 80 % gewappnet. Es braucht keine aufwendigen Bunker-Vorbereitungen – nur kluge, priorisierte Vorsorge.

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